Premiere zum Kulturpfadfest: Domschatz zeigt „Essener Schwert“ mit originaler Klinge aus dem 10. Jhdt.

23. Juni 2013

Das gab es in Essen noch nie: Beim Kulturpfadfest werden Besucher erstmals die Klinge des „Essener Schwerts“  im Orginal bewundern können. Wie wir heute aus der Domschatzkammer erfahren haben, wird die Pretiose aus dem 10. Jahrhundert n. Chr. aus der kunstvoll verzierten Scheide herausgenommen präsentiert werden.

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„Die Premiere haben wir uns als besonderes Bonbon für die Gäste des Kulturpfadfestes ausgedacht, denen in diesem Jahr ja das „Blaue vom Himmel“ versprochen wird,“ erklärt Dr. Birgitta Falk. Das Team der Domschatzkammer wird sein Versprechen einlösen: Für das Kulturpfadfest werden Klinge und Scheide nebeneinander in einer Tischvitrine im Skulpturenraum ausgestellt sein, wo sie von den Besuchern eingehend betrachtet werden können.
Seit Bestehen der Domschatzkammer im Jahr 1959 wurde das Schwert noch nie öffentlich in seinen beiden Bestandteilen gezeigt –  nur eine Kopie der Schwertklinge wurde bislang in Essen ausgestellt. Außerhalb von Essen – auf der großen Ottonen-Ausstellung 2012 in Magdeburg – war die Klinge schon einmal im Original zu sehen.
Eine Besonderheit, die nicht nur die Fachwelt freut: Die Klinge aus Damaszenerstahl ist in einem außergewöhnlich guten Zustand. Sie wurde vor über 1050 Jahren in einem aufwändigen Verfahren geschmiedet. Die meisterhafte Schmiedearbeit  wurde rd. 20 Jahre auf dem Schlachtfeld benutzt und mehrfach wieder geschärft. In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts kam das Schwert als Geschenk in das Essener Frauenstift. Erst  hier wurde die wertvolle Scheide in Auftrag gegeben. Sie besteht aus einem hölzernen, prächtig von Goldblech umgegebenen Gefäß, auf dem Filigrane, Emailplatten, Steine und Perlen angebracht sind. Wegen seiner Schenkung an das Stift ist das Essener Schwert auch eines der ganz wenigen, das die Jahrhunderte bis heute unbeschadet überstand. Die meisten anderen Blankwaffen dieser Zeit wurden im Boden gefunden und sind entsprechend verrostet.

Wikipedia teilt dazu u.a. mit: Das Schwert des Essener Domschatzes, häufig als Richtschwert der Heiligen Cosmas und Damian bezeichnet, war das Zeremonialschwert der Äbtissinnen des Damenstifts Essen. Es handelt sich um ein kunsthistorisch wie schmiedetechnisches Einzelstück, das zudem für die Stadt Essen stadtgeschichtlich bedeutend ist. Das aus der Zeit der Ottonen stammende Schwert wurde 1988 in einem Forschungsprojekt unter Leitung des damaligen Essener Domkapitulars Alfred Pothmann fachübergreifend untersucht. Bei diesen Untersuchungen wurden umfangreiche Erkenntnisse zur Schmiedetechnik und zur Geschichte des Schwerts gewonnen.
Das Schwert fand Aufnahme auf das 1473 erstmals nachgewiesene Briefsiegel der Stadt Essen wie auch auf die 1483 gegossene Ratsglocke. Trotz der Einführung der Reformation durch den Rat der Stadt wurde das Wappen mit dem Schwert weitergeführt und fand so Aufnahme in das heutige Essener Stadtwappen.

Stadtwappen Essen

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