BLAUPAUSE – Bilder und Selbstbilder

6. Juni 2014

Unter dem Motto BLAUPAUSE setzt sich das diesjährige Kulturpfadfest nicht nur mit einem gedachten Idealbild („Blueprint“) der Welt oder einem abstrahierten Gesellschaftsbild auseinander. Es geht – wie stets im Leben – mit dem Blick auf das (Selbst-)Bild des Menschen einher.

Das Kulturwissenschaftliche Institut KWI ist in der Lichtburg mit „Wir repräsentieren Deutschland“ zu Gast. Es geht um Identität, Migration und Komik: Türken, Deutsch-Türken, Russlanddeutsche, Deutsche aus Russland oder doch einfach Deutsche? Welche gesellschaftlichen Selbst- und Fremd-Positionierungen und Zugehörigkeiten lassen sich durch Kabarettprogramme von KünstlerInnen der migrantischen bzw. postmigrantischen Generation herausarbeiten? Welche Art der Abgrenzung bzw. der Identifikation findet auf der Bühne statt? Warum Komik, Humor, Satire, Lachen?

Horst wackerbarth

Die Stiftung Mercator, Unterstützerin beim Kulturpfadfest, zeigt in ihrer Zentrale an der Huyssenallee Fotografien von Horst Wackerbarth und drei Duisburger Schulen. Der Foto- und Videokünstler ist Erfinder der „Roten Couch“ und porträtiert auf dieser seit über 30 Jahren Menschen und ihre Schicksale in aller Welt. 2013 hatte er die Couch an Duisburger Schulen verliehen. In der Ausstellung werden Wackerbarths Fotos denen der Schüler gegenübergestellt. Dazu findet eine Performance mit dem Künstler statt: Wackerbarth fotografiert auf der Roten Couch in der Stiftung Mercator Gäste, die als Geschenk ihr handsigniertes Portrait zur Erinnerung erhalten.

Eine epochenübergreifende Reflektion findet in den fotografischen Selbstbildern von Özlem Şimşek aus Istanbul statt, die zum Kulturpfadfest in der Galerie K29 (Ricarda Fox) ihre erste Ausstellung in Deutschland eröffnen wird: „Bilder meiner Selbst“.

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Künstlerische Selbstinszenierung hat eine große Tradition in der feministischen Kunst von Frida Kahlo bis Irina Abramovic. In der Übernahme ikonografischer Rollenbilder anderer Frauen drückt die Künstlerin einen ebenso mutigen wie oft schmerzhaften Prozess aus. Die Selbstporträts von Özlem Şimşek sind als Hommage an diejenigen zu verstehen, die sie in ihren Bildern verkörpert: Leinwandstars, Konkubinen, Revuesängerinnen, Diven aus der Zeit des Übergangs vom osmanischen Reich zur türkischen Moderne der 1920er Jahre unter Mustafa Kemal, genannt Atatürk.

Das Inszenieren des reglosen Selbstbildes hat unter dem Aspekt der aktuellen politischen Ereignisse in der Türkei eine große Kraft gewonnen. Erdem Gündüz, Tänzer und Choreograf aus Istanbul, wurde als der „Standing Man“ bekannt: Acht Stunden lang starrte er 2013 während einer Demonstration mit gewalttätigem Polizeieinsatz im Gezi-Park regungslos auf ein Atatürk-Transparent und wurde damit weltweit zu einer Ikone des friedlichen Widerstandes in der Türkei.

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